Printperfection

Veredelung mit Farben


Printperfection
Die Auswahl der richtigen Farbe ist bereits ein wichtiger und nicht zu vernachlässigender Schritt in Richtung Veredelung. Ebenso wie der Bedruckstoff spielt Qualität, Glanzgrad und Intensität der gewählten Farbgebung eine große Rolle für die Wirkung eines Printprodukts.

Farbfächer


Die Wahrnehmung und Auswahl von Farbtönen ist eine der schwierigsten überhaupt. Manchmal muss es einfach ein ganz spezieller Farbton sein – aber welcher? Denn wie sollte man beschreiben, welche Farbe einem vor dem geistigen Auge schwebt? Taubengrau, Klatschmohnrot oder Senfgelb sind alles Umschreibungen, mit denen jeder eine ganz eigene Farbversion verbindet. Die Farbe am Monitor oder über einen Ausdruck zu bestimmen ist ebenso wenig möglich wie über RGB- oder CMYK-Werte. Und selbst das ausgefeilteste Color-Management-System hilft nicht weiter, wenn man beim Kunden steht und versucht mit ihm über eine Farbe zu sprechen.
Aus diesem Grund gibt es schon seit geraumer Zeit Farbfächer. Sie enthalten kleine Farbvorlagen, die man aneinander halten oder etwa auch in unterschiedlichem Licht begutachten kann. So kann man beispielsweise Sonderfarben, wie etwa die von HKS oder Pantone, definieren oder CMYK-Farben für einen Vierfarbprozess festlegen. Das stellt also eine gute Basis für Agenturen und Prepress-Dienstleister dar, um mit ihren Kunden die richtige Farbe zu definieren.
Für die Produktion sollten die Farben jedoch noch mal zusätzlich definiert werden. Allein eine spezielle Farbe anzugeben reicht nicht aus, um ein hundertprozentig sicheres Ergebnis zu bekommen. Farbabweichungen können aber auch aufgrund des Bedruckstoffs zustande kommen. Je nach dem, welches Papier man wählt, erscheint auch der Farbton unterschiedlich. Die HKS-Farbenhersteller haben aus diesem Grund separate Farbrezepturen für unterschiedliche Papiersorten und Produktionsverfahren entwickelt. Dabei muss man unter anderem auch berücksichtigen, ob es sich um echte oder unechte Pigmente handelt.
Unechte Pigmente sind zwar in der Regel brillanter, doch verändern sie ihre Farbnuance, wenn sie in Verbindung mit einer Folienkaschierung oder einer Lackierung verarbeitet werden.
Doch selbst wenn alle produktionstechnischen Parameter definiert sind, kann allein die Tatsache, dass unterschiedliche Farbsysteme und -fächer am Markt vorhanden sind, zu kleinen Abweichungen führen. Durch eine hochwertige Produktion im Offsetdruck wollen die Hersteller zwar dafür sorgen, dass die Fächer von Ausgabe zu Ausgabe sowie von Auflage zu Auflage so geringe Farbschwankungen wie möglich aufweisen, doch hundertprozentig lässt sich das selbstverständlich nicht vermeiden.
Dazu kommt, dass sich die Farben der Fächer mit der Zeit verändern. Sowohl die Reaktion zwischen dem Papier und den Farben sorgt für eine leichte Verschiebung als auch der Einfluss von Licht. Daher sollte man Farbfächer immer geschlossen – am besten in Schubladen – aufbewahren und regelmäßig neue Ausgaben erwerben.